Das Geheimnis von Askir und Die Götterkriege – Richard Schwartz

Zitat

Ein Schweinehirt, ein Händlerssohn und eine Schankmagd. Und Leandra. Sie allein schien von Geburt bestimmt für diesen Weg.

Ich habe kürzlich einen Großteil der Reihen Das Geheimnis von Askir und Die Götterkriege von Richard Schwartz wiedergelesen und dachte mir, ich nutze die Gelegenheit, etwas zu dieser großartigen, wenn auch umfangreichen Reihe zu sagen.

Das Wichtigste, das man wissen muss, zuerst: Die beiden Reihen gehören zusammen. Das macht insgesamt 14 Bände, die eine Hälfte gehört zum Geheimnis von Askir und die andere zu den Götterkriegen.

Ich wusste das leider nicht, als ich die Serie angefangen habe …
Du kennst sicher auch dieses Gefühl, dass man hat, wenn man ein Buch zu Ende gelesen hat und davon ausging, es ist ein Einzelband, nur um dann auf der letzten Seite mit einem riesigen Cliffhanger konfrontiert zu werden … ja? Gut, dann kannst du dir sicher vorstellen, wie ich mich nach Der Kronrat, dem letzten Band des Geheimnisses von Askir, gefühlt habe. Man, war ich sauer.

Aber du bist jetzt vorgewarnt und kannst die ganzen guten Seiten der Reihen genießen, wenn du möchtest.

Meine Meinung

Eine Heldengruppe macht sich auf, um in einem fernen Land Hilfe gegen einen tyrannischen Nekromantenkaiser zu finden und den Krieg gegen ihn zu gewinnen. So weit so wie ein Pen&Paper-Abenteuer. Davon sollte man sich aber auf keinen Fall abhalten lassen, diese Buchreihe in die Hand zu nehmen.

Das Geheimnis von Askir und Die Götterkriege sind eine epische Geschichte mit weltenveränderndem Ausmaß. Dabei kommen auch die Charaktere in keiner Weise zu kurz. Das liegt vor allem an Havald, aus dessen Sicht viele Bände geschrieben sind. Er ist pragmatisch, hat einen ansprechenden Humor, ist an vieler Stelle auch sehr einfach gestrickt und nicht unbedingt der Wissenschaft zugetan. So betont er immer wieder, dass er die Welt lieber als eine Scheibe statt als eine Kugel sieht, weil er sonst Angst hätte, dass er herunterfällt. Auch die anderen Figuren sind vielschichtig und von allerlei Rätseln umgeben, aber es wäre zu viel, auf sie einzeln einzugehen.

Die Welt und die Hintergrundelemente sind gigantisch, ich muss das einfach so sagen. Immer wieder fügen sich die Puzzleteile schön und doch häufig unerwartet zusammen. Vieles wird schon so früh angedeutet, dass man es gar nicht richtig mitbekommt. Ja, das Meiste davon ist mir erst beim zweiten Mal Lesen so richtig aufgefallen. Das hat das zweite Lesen natürlich auch wieder spannend gemacht.

Schreibstil

Schwartz schreibt sehr flüssig und fesselnd. Dabei gelingt es ihm geschickt, sehr bildreich zu schreiben, ohne dass es groß auffällt. Seine größte Stärke sind aus meiner Sicht die gewitzten und unterhaltsamen Dialoge. Nur selten sind mir seine Beschreibungen etwas zu ausschweifend geworden.

Fazit

Eine klare Leseempfehlung für jeden, der Lust auf ein farbenprächtiges und magievolles Fantasyepos hat und sich nicht von der Länge abschrecken lässt.

Für alle, die die Bücher kennen, oder „Achtung: Spoiler!“

Es gibt ein paar kleine Punkte, die ich zu der Buchreihe noch loswerden möchte. Also tue ich das einfach. Für alle, die die Geschichte noch nicht kennen, ihr seid gewarnt worden 😉

Der Hauptplot, nicht nur eine Reise nach Askir

Eigentlich handelt es sich um den altbekannten Plot: Der Schweinehirte zieht aus, um die Welt zu retten. Aber erstaunlicher Weise kam es mir die ganze Geschichte über nie abgedroschen vor. Daher ein großes Lob an den Autor.

Natalyia und Varosch – Wieso? Wieso? Wieso?

Tja… aus meiner Sicht das einzige echte große Manko der Geschichte. Natalyia stirbt tragisch, nur um auf den gefühlt letzten zwei Seiten des allerletzten Buches wiederbelebt zu werden? Jetzt, wo ich mit ihrem Tod schon lange abgeschlossen hatte, genauso wie alle Figuren der Geschichte? Wieso?
Und Varosch? Er stirbt, er wird wiederbelebt (falls man das so nennen kann) und er stirbt erneut… war das wirklich notwendig?
Beide Charaktere waren mir sehr sympathisch und ihr Tod hat mich getroffen, aber in beiden Fällen habe ich mich um meine Trauer betrogen gefühlt.

Das Liebesdreieck

Ich glaube die Dreiecksbeziehung zwischen Havald, Lea und Finna ist die erste, die ich wirklich glaubwürdig und nachvollziehbar fand. Vor allem fand ich schön, dass beide Frauen ihre guten und schlechten Momente (in Bezug auf die Romanze) bekommen haben.

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