3 Gründe, den Eismonster-Prolog zu vermeiden

Ein Monster lief durch den Schnee und hatte nichts mit diesem Beitrag zu tun.

Bevor ich dir sagen kann, wieso du Eismonster-Prologe vermeiden solltest, muss ich wohl erklären, was das überhaupt sein soll.

Definition

Ein Eismonsterprolog ist der Köder ganz am Anfang mancher Bücher. Er ist superspannend, flüstert dir ein: „Ließ weiter, auch wenn die nächsten 10 Kapitel langweilig sind. Es wird wieder besser!“ Und er hat am Ende nichts mit der Haupthandlung zu tun.

So wie der erste Satz dieses Beitrags.

Das ist vermutlich nicht die freundlichste Definition, weshalb hier noch eine andere ist:

„Sollte der Roman einen langsamen Aufbau erfordern, kann es notwendig werden, mit einer spannenden Szene zu beginnen, die zunächst (scheinbar) nichts mit der Haupthandlung des Romans zutun hat. Dan Wells nennt dieses Prinzip den Eismonster-Prolog.“

Damit wissen wir nun auch, dass der Begriff Eismonster-Prolog (vermutlich) von Dann Wells geprägt wurde. Diese Definition habe ich mir von Marcus Johanus geliehen.

Die Gründe, den Eismonster-Prolog zu meiden

Nachdem wir nun wissen, was ein Eismonster-Prolog ist, möchte ich dir erklären, warum es ein Unding ist, ihn zu nutzen.

1. Der Anfang ist langweilig

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber Eismonster-Prologe sind für mich wie Leuchtreklame, auf der steht: „Achtung. Das nächste Drittel wird schrecklich langweilig. Aber halte durch. Es wird irgendwann wieder besser.“ (wie auch schon oben angedeutet)

Wenn deine Geschichte am Anfang so langweilig ist, dass du einen Eismonster-Prolog brauchst, um den Leser zu locken, solltest du vielleicht lieber deinen Anfang überarbeiten. Und den Prolog weglassen.

2. Was unwichtig ist, muss weg

Das ist eine Regel, die ich nicht zu 100% unterschreiben würde. Aber häufig trifft sie zu. Vor allem bei Eismonster-Prologen.

Bietet der Prolog irgendeinen Mehrwert für die eigentliche Handlung? Ist er besonders witzig?

Oder soll er eigentlich nur ein bisschen Spannung erzeugen, die nichts mit dem Plot zu tun hat? Soll er nur mit möglichst viel Tamtam deinen Protagonisten und seine Fähigkeiten vorstellen? Fähigkeiten, die eigentlich erst nach 2/3 des Buches wieder auftauchen und eben so gut an anderer stelle und näher am Plot eingeführt werden können?

Dann ist der Eismonster-Prolog unwichtig und du solltest ihn wegschmeißen.

3. Du veräppelst deinen Leser

Es mag vielleicht Geschmackssache sein, aber für mich ist das der wichtigste Punkt.

Kennst du dieses Gefühl nach den ersten paar Seiten, wenn du gerade noch dachtest: „Wow, was für eine fesselnde/energiegeladene/ (setze ein beliebiges anderes positives Adjektiv ein) Geschichte.“ Und dann musstest du feststellen, dass das alles gar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hat? Es ist … entsetzlich! Ich fühle mich dann an der Nase herum geführt. Veräppelt.

Betrogen.

Die Leseprobenfunktion bei E-Books macht das Ganze nur noch schlimmer. Denn hier basiert meine Kaufentscheidung womöglich auf einem Teil des Buchs, der nichts – aber auch gar nichts – mit dem Plot zu tun hat.

Noch eine kleine Einschränkung zum Schluss

Ich glaube durchaus, dass es Ausnahmen gibt. Für mich persönlich ist ein Eismonster-Prolog jedoch ein Ärgernis.

Wie denkst du über den Eismonster-Prolog? Stört er dich beim Lesen oder liest du weiter, ohne groß über ihn nachzudenken?

 

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