Das erste Gesetz der Magie – Terry Goodkind

Richard hat die Gabe, die Wahrheit zu finden. Er ist der Sucher. Mit dem Schwert der Wahrheit bewaffnet macht er sich auf in die Midlands, um den Tyrannen Darken Rahl aufzuhalten.
Doch die Midlands sind ein Land voller Magie und Richard kennt nicht einen seiner magischen Bewohner. Nicht einmal über die Kräfte seine Begleiterin Kahlan weiß er bescheid.

Das erste Gesetz der Magie ist der erste Band der insgesamt elfteiligen Reihe Das Schwert der Wahrheit.

Inhalt

„Als der Waldläufer Richard Cypher eine junge Frau vor ihren unheimlichen Verfolgern rettet, kann er noch nicht ahnen, dass sich sein beschauliches Leben tiefgreifend verändern wird. Kahlan stammt aus den Midlands, einem sagenhaften Reich, das durch eine magische Barriere von Westland getrennt ist. Und sie hat den Auftrag, den Tyrannen Darken Rahl aufzuhalten, der die Welt mit seinen dunklen Kräften ins Chaos zu stürzen droht …“ (Quelle: Kurzbeschreibung zum Buch)

Meinung

Das erste Gesetz der Magie ist ein mitreißender und geradezu epischer 1000-Seiten-Wälzer.
Richard ist zunächst der typische Held einer Fantasy Geschichte: unwissend, aber mit einer besonderen Gabe, die ihn als Einzigen befähigt den Tyrann aufzuhalten.
Trotz des typischen Settings ist die Geschichte auf keiner Seite langweilig.
Viele mystische Kreaturen und magische Wesen bevölkern Terry Goodkinds Welt. Weder Richard noch ich kannten sie zu Beginn und so ist die Geschichte in vielen Momenten unvorhersehbar und überraschend.

Das Wichtigste an der Geschichte sind jedoch die Charaktere. Sie sind vielschichtig und haben auch den nötigen Platz im Buch, um dies zu zeigen. Dabei kommt auch die Liebe nicht zu kurz.
Die Nebenfigur Rachel konnte ich besonders ins Herz schließen. Das kleine Mädchen ist sehr tapfer und an manchen Stellen hätte ich es am liebsten in den Arm genommen.

Auch die Figur des Richard Cypher hat mir sehr gefallen und mich überzeugt. Immer wieder muss er Möglichkeiten suchen und unerwartete und gewitzte Lösungen finden. Und das ist auch nötig. Denn Probleme gibt es mehr als genug.
Dabei blieben seine Gedankengänge trotzdem nachvollziehbar und glaubhaft.

Auf seiner Reise Rahl zu stoppen, geht Richard durch die Hölle (nicht wörtlich, will ich bei diesem Buch betonen). Das Buch ist sicher nichts für schwache Nerven, denn der Autor ziert sich nicht und beschreibt Erniedrigungen und Folterszenen sehr … blutig. An manchen Stellen fand ich es fast schon zu viel des Guten.

Allerdings hat der Autor unglaublich viel Zeit auf das Beschreiben der Landschaft verwendet. Sehr schön und atmosphärisch, gewiss. Doch leider auch etwas häufig und etwas lang.

Ebenfalls schade fand ich, dass mir als Leser schon lange klar war, dass eine bestimmte Figur böse ist, während das der Hauptfigur einfach nicht in den Sinn kommen wollte.

Trotz dieser kleinen Schwächen war Das erste Gesetz der Magie sehr spannend und ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen.

Zitat

„Die Menschen sind dumm. Jeder glaubt so ziemlich fast alles. Wegen ihrer Dummheit glauben Menschen eine Lüge, weil sie sie entweder für wahr halten wollen oder weil sie Angst haben, sie könnte wahr sein.“

Schreibstil

Das Buch lies sich sehr flüssig lesen. Das liegt vor allem an der anschaulichen Erzählweise und der einfachen Sprache des Autors.
Die Geschichte wird größtenteils aus Richards Sicht beschrieben. In einigen Abschnitten sieht man jedoch auch die Gedankenwelt seiner Begleiter. Das fand ich sehr passend. Dadurch kam es vor allem zum Ende hin zu einem unheimlichen Spannungsanwuchs.

Anmerkung zur Verfilmung

Ich habe vor einiger Zeit die Verfilmung des Buches, die Serie „The Legend of the Seeker“, gesehen und bin so auf das Buch aufmerksam geworden.
Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den beiden. Zwar kommen die meisten Hauptfiguren auch in der Serie vor, aber die meisten Teile der Handlung wurden verändert oder gekürzt. Andere Folgen der Serie wurden komplett hinzugedichtet.
Sehr verwundert war ich zum Beispiel darüber, wie lange es im Buch dauerte, bis die Grenze zu den Midlands überquert war. In der Serie nahm dies nur einen kleinen Teil ein, während es im Buch sicher das erste Viertel dauerte. Durch viele kleine und große Unterschiede entwickeln sich die beiden Handlungen auch in ganz andere Richtungen …
Das stört mich an sich nicht. Ich betrachte die beiden als zwei eigene Geschichten. Das Buch gefällt mir in Vergleich etwas besser, weil es mehr Tiefgang hat.
Was mich allerdings beim Lesen störte, war Darken Rahl. Der Bösewicht der Geschichte war in der Serie schwarzhaarig und immer in dunkle Kleidung gehüllt. In dem Buch war er hingegen blond und trug strahlend weiße Gewänder. Das wollte mir einfach nicht in den Kopf gehen.

Fazit

Das erste Gesetz der Magie ist ein spannender Fantasy Roman mit vielen unerwarteten Wendungen und langen Landschaftsbeschreibungen. Ich vergebe 8,8 von 10 Punkten und freue mich auf den zweiten Band. Ich kann jedem nur raten, sich nicht von der Dicke des Buches abschrecken zu lassen.

6 Gedanken zu “Das erste Gesetz der Magie – Terry Goodkind

  1. Wenn du so über die Dicke des Buches sprichst, muss ich doch glatt mal schauen, ob das Neuauflagen sind. So dick fand ich die Bände damals gar nicht, aber dafür enthielten die deutschen Ausgaben bestimmt wieder nur Teile des jeweiligen englischen Bandes. (Ah, über 1000 Seiten – dann würde ich spontan behaupten, dass die Bände für die alten deutschen Auflagen halbiert wurden!)

    Für den Anfang der Serie kann ich dir zustimmen (auch wenn ich die Romane schon lange nicht mehr in der Hand hatte), aber im Laufe der Zeit hatte ich das Interesse an der Geschichte verloren, weil ich das Gefühl hatte, dass der Autor zu viele Nebenwege geht, immer noch brutaler wird (irgendwann stumpfe ich da als Leser einfach ab) und nicht so recht auf den Punkt kommt. Auf der anderen Seite fiel das bei mir auch in eine Zeit, als ich von High Fantasy so langsam die Nase voll hatte, so dass ich da auch etwas ungeduldiger mit Neuveröffentlichungen wurde. 😉 Ich bin also gespannt, was du über die weiteren Bände der Reihe zu sagen hast.

    • Richtig. In meiner Ausgabe ist der zweite Teil, „Der Schatten des Magiers“, enthalten. Es gab aber auch Ausgaben, bei denen dieser Teil als seperates Buch verkauft wurde.

      Schade, dass du mit der Zeit das interesse verloren hast. Hast du die Serie dann gar nicht zuende gelesen?
      Ich hoffe, dass mich die Bücher weiter fesseln können 🙂 Bis zur nächsten Rezension wird es aber noch etwas dauern.

      • Ich habe die Serie nicht beendet – ich glaube sogar, ich habe die Bücher beim letzten Umzug dann aussortiert.

        Ich hatte da einige Jahre, in denen ich wirklich sehr ungeduldig mit High-Fantasy-Geschichten wurde, weil ich so übersättigt war und das Gefühl hatte, dass so wenig Neues auf den Markt kam (und wenn mal ein neuer Weg eingeschlagen wurde, dann wurde es mir in der Regel irgendwann zu brutal). Außerdem habe ich die Erstveröffentlichung gekauft und da musste man ziemlich lange auf die späteren Teile warten, was auch nicht gerade dazu ermutigte, dass ich die Serie weiterverfolgte.

        • Schade eigentlich. Ich hoffe, du kannst mittlerweile wieder High Fantasy lesen.

          Auf den nächsten Band warten zu müssen, kann wirklich tödlich sein. Da habe ich jetzt zum Glück den großen Vorteil, dass diese Serie schon abgeschlossen ist 🙂

          • Die eine oder andere neue Serie habe ich in den letzten Jahren wieder für mich entdeckt. Aber ich glaube, die paar Jahre Auszeit (und das intensive Lesen von anderen Fantasy-Unterarten) haben mir da ganz gut getan. 🙂

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