Der Monstrumologe – Rick Yancey

Ein junger Waisenjunge und ein Mann, dem die Wissenschaft und die Monstrumologie alles bedeuten, müssen gegen eine Schar von Monstern kämpfen.

Inhalt

1888: Der Junge Will Henry ist ein Waisenkind und arbeitet als Assistent des kauzigen Dr. Warthrop. Der gute Doktor […] ist Monstrumologe, das heißt, er studiert Monster und macht Jagd auf sie. Eines Abends kommt ein Grabräuber zu Will und dem Doktor ins Labor. Er hat einen schrecklichen Fund gemacht: eine Leiche, in die sich ein Monster verbissen hat. Der Doktor weiß, diese Monsterart ist äußerst gefährlich, da sie Menschen tötet. Und die einzigen, die nun zwischen diesen Bestien und den Menschen stehen, sind der Doktor und der kleine Will.
(Quelle: Kurzbeschreibung zum Buch)

Meinung

Das erste Kapitel war so lala, das zweite Kapitel war okay, aber nach dem dritten Kapitel wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte baut wundervoll die Spannung immer weiter auf und obwohl ich theoretisch wusste, dass Will Henry, die Hauptfigur, überleben musste, fieberte ich unglaublich mit ihm mit. Nichtsdestotrotz gab es immer wieder längere Passagen, die langatmig waren und die ich deshalb nur überflog, um endlich bei der spannenden Handlung weiterzulesen.

Yancey hat interessante Charaktere erschaffen, angefangen mit dem jungen Will Henry, der zweitweise naiv und immer treu seinem Meister gegenüber ist. Zugegeben, die Konstellation mitleiderregender Assistent und verrückter Doktor ist nicht unbedingt neu.
Aber die ganz eigene Ausdrucksweise und die Floskeln der Figuren haben mir den Alltag und das Leben der Figuren unglaublich gut vermittelt. Auch einige Nebenfiguren haben ihre Eigenheiten oder eine Hintergrundgeschichte.

Was man nicht erwarten darf, ist eine ganze Schar verschiedener Monster, denn obwohl der Titel Der Monstrumologe das erwarten lassen könnte, beschränkt sich die Geschichte auf eine einzige Bedrohung.

Ich konnte das Buch gut lesen, war mir aber zeitweise nicht sicher, ob ich ein Jugend- oder ein Erwachsenenbuch in Händen halte. Protagonist und Cover sprechen für ein Jugendbuch, die zunehmende Brutalität, Blutigkeit und Widerwärtigkeit eher für ein Erwachsenenbuch. *schulterzucken*
Das Buch ist herrlich schonungslos in der Darstellung der dunklen Seiten der Menschen. Manchmal ist das eher unterschwellig, manchmal aber auch mehr als deutlich. Zeitweise kann man sich fragen, ob die Menschen nicht die größeren Monster sind.

Erwähnenswert sind auch noch die anschaulichen Bilder, mit denen in dem Monstrumologen ganz und gar nicht gegeizt wurde.

Schreibstil

Ich konnte das Buch sehr flüssig und gut lesen. Vor allem die wörtliche Rede der verschiedenen Charaktere ist mir positiv in Erinnerung geblieben.
Die Beschreibungen sind sehr deutlich und gut vorstellbar. Einige vielleicht sogar zu gut vorstellbar, denn manche Szenen sind Übelkeit erregend ekelhaft beschrieben.

Zitat

„Du fühlst dich verpflichtet, ihn zu entschuldigen und ihm zu vergeben, aber ich kann diesem … diesem … Was sagtest du, was er ist?“
„Ein Monstrumologe.“
„Ja, richtig. Ich kann diesen Monstrumologen nicht entschuldigen und werde ihm nicht vergeben. Ein Monsterjäger … Tja, er ist, was er jagt.“

Fazit

Der Monstrumologe ist ein Buch, das zwar langsam Fahrt aufnimmt, danach aber nur noch spannender wird. Während des Lesens sollte man jedoch davon absehen, zu essen.

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