Die Galerie der Schöpfung – Markus Naumann

Ein ominöser Feind bedroht die Leben zweier Männer.

Die Galerie der Schöpfung von Markus Naumann erzählt eine sehr düstere und philosophische Geschichte.

Inhalt

Krispin lebt gleichzeitig in der Wirklichkeit und in der Welt seiner Visionen. Als er von Fremden aus seinem Alltag „entführt“ wird, tritt er eine Reise an, die sein Leben für immer verändern soll. Doch die boshaften, finsteren Gebilde aus seinen Träumen treiben ihn an den Rand des Wahnsinns, bis die rätselhafteste aller Erscheinungen ihn zu einer unheimlichen Erkenntnis führt.
Der Vater der Familie Kopp deckt bei der Aufklärung des Mordes an seiner Familie eine tiefgreifende Verschwörung auf. An zahlreichen Menschen wurden von einer geheimen Organisation körperliche und psychische Experimente durchgeführt. Aber was kann er gegen diesen mächtigen Gegner ausrichten?
Beide haben etwas gemeinsam: einen mysteriösen Feind, der so gut wie unsichtbar ist.
(Quelle: Kurzbeschreibung zum Buch)

Meinung

Die Galerie der Schöpfung ist ein Buch, das ein paar gute Seiten hat, aber auch einige, die mir so gar nicht gefallen haben.
Die Geschichte blieb für mich lange interessant, weil viele Fragen offen waren. So war mir auch der Titel des Buches lange ein Rätsel, das sich dann mit einem schönen Aha-Erlebnis klärte. Gerade gegen Ende gab es einige Enthüllungen und eine wunderbare Überraschung, die ich wirklich nicht kommen sah und mir sehr gefallen hat.

Den Beweggründen der Hauptfiguren konnte ich leider nicht immer folgen. Das betraf vor allem Herrn Kopp, der meine Sympathie an manchen Stellen fast vollständig verlor. Krispins Geschichte und seine merkwürdigen Visionen habe ich hingegen gerne und mit stetiger Aufmerksamkeit verfolgt. Er war für mich immer deutlich greifbarer, als Herr Kopp, der scheinbar nur durch seinen schweren Verlust definiert war.

Das ganze Buch ist sehr philosophisch, sowohl in den Dialogen als auch zwischen den Zeilen. Dabei spart es auch nicht an düsteren und geradezu kafkaesken Momenten. Das war eine schöne Abwechslung zu meinem regulären Lesestoff und insgesamt hat mich Die Galerie der Schöpfung einige Male zum Nachdenken anregen können. Leider steht die Botschaften des Autors etwas zu deutlich im Text und wären subtiler vielleicht besser verpackt gewesen.

Zitat

Doch in dem Moment, als Halina gerade ein bisschen Ruhe findet, tippt Joel sie von der Seite an und spricht ganz aufgeregt.
„Da steht ein Mann vor meinem Fenster und beobachtet mich die ganze Zeit!“
Halina öffnet leicht genervt ihre Augen und sieht zum Fenster heraus. „Wo denn?“ Und tatsächlich, da steht er, ein Mann in grauem Mantel mit einem Hut auf dem Kopf.

Schreibstil

Der Schreibstiel Naumanns ist der Teil des Buches, der mir am wenigsten gefallen hat. Streckenweise empfand ich ihn als wirklich anstrengend und konnte nicht richtig damit warm werden. Das ist schade, denn dadurch bin ich gar nicht erst in den Lesefluss gekommen.

Fazit

Die Galerie der Schöpfung von Markus Naumann ist ein sehr eigenes und philosophisches Buch, das sicher nicht jedermanns Sache ist.


 

Vielen Dank an Markus Naumann für das Rezensionsexemplar.

 

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