Howl’s moving Castle – Das wandelnde Schloss – Diana Wynne Jones

Ein junges Mädchen im Körper einer alten Frau zieht aus, um ihr Glück zu suchen.

Inhalt

„Was macht man, wenn man von einer Hexe in eine alte Frau verwandelt wird? Sophie heuert kurzerhand bei dem berüchtigten Zauberer Howl als Hausdame an und hat plötzlich alle Hände voll zu tun: Sie muss das wandelnde Schloss in Schuss bringen, den Feuerdämon Calcifer bei Laune halten und Howl daran hindern, ihrer Schwester das Herz zu brechen. Dabei wollte sie doch nur ihre eigene Gestalt zurückerlangen …” (Quelle: Kurzbeschreibung zum Buch)

Meinung

Howl’s moving Castle ist eine wirklich märchenhafte Geschichte. Sie spielt in dem Land Ingary, in dem Siebenmeilenstiefel und Tarnmäntel tatsächlich existieren.

Die Figuren habe ich sehr schnell ins Herz geschlossen. Allen vor weg Sophie, die vor allem um das Glück ihrer beiden Schwestern besorgt ist und sich selbst dafür zurücknimmt. Das alles nur, weil sie glaubt, als Älteste von drei Schwerstern keine Chance zu haben, ihr Glück zu finden.
Als sie allerdings von einer selbstsüchtigen Hexe in eine alte Frau verwandelt wird, verlässt Sophie ihr Heim und zieht hinaus in die Welt.
Dabei muss sie sich nicht nur mit einem Feuerdämon arrangieren, sondern auch mit dem Zauberer Howl zurecht kommen, der anscheinend die Herzen junger Frauen verschlingt.

Eigentlich will Sophie nur wieder jung werden. Dabei gerät sie jedoch in so manche schwierige oder auch lustige Lage. Schließlich gibt es noch eine wunderschöne Liebesgeschichte, die sehr zart und unauffällig beginnt und die ich deswegen ganz besonders schön fand.

Die Geschichte ist dabei sehr abwechslungsreich, und auch wenn ich gegen Ende schon einiges vorhersehen konnte, war sie auch für die eine oder andere große Überraschung gut.

Achtung Spoiler: Ganz besonders gefallen hat mir auch Sophies magische Gabe, die zutage tritt, wenn sie mit Dingen spricht. So verzaubert sie während des Nähens Hüte und Mäntel, ohne es recht zu bemerken.

Auch erwähnt werden müssen die netten Zeichnungen am Anfang jedes Kapitels, die meine E-Book Fassung schmücken. Sie sind total nett und haben mir sehr gut gefallen.

Vergleich zum Film

Lange bevor ich überhaupt wusste, dass es das Buch Howl’s moving Castle gibt, kannte ich den Anime Das wandelnde Schloss von Hayao Miyazaki. Und ich liebe den Anime. Es ist eine fröhliche, märchenhafte Erzählung.

Das Buch hat mich, entgegen meiner Erwartung, noch mehr verzaubert. Es ist wundervoll märchenhaft geschrieben und die Figuren haben noch einmal deutlich mehr Tiefe als im Anime.

An manchen Stellen sind die beiden fast identisch. Vor allem was Dialoge anbelangt. An anderen Stellen sind sie wiederum grundlegend verschieden.
Zunächst einmal hat die Sophie im Buch nicht nur zwei jüngere Schwestern, sondern auch magische Fähigkeiten.
Im Buch ist das Königreich kurz vor einem Krieg, im Film sind sie mitten drin. Genau genommen nimmt der Krieg einen ziemlich großen Teil der Verfilmung ein.
Ein weiterer Unterschied ist Mikael. Im Film ist er ein kleiner Junge. Da musste ich mich erst mal mit der Tatsache anfreunden, dass er im Buch schon 15 ist.

Wem der Film gefallen hat, kann ich nur empfehlen, das Buch zu lesen. Es wird einiges deutlicher, z.B. wohin die „schwarze Türe“ eigentlich führt 😉

Mit den Namen ist im Anime allerdings etwas schiefgegangen: Howl heißt z.B. plötzlich Hauro. Ich nehme an, dass der Name nicht besser ins Japanische zu übertragen war. Ins Deutsche wurde er dann einfach falsch übernommen.

Zitat

And she was within an ace of leaving the house and setting out to seek her fortune, until she remembered she was the eldest and there was no point. She took up the hat again, sighing.

Schreibstil

Jones erzählt die Geschichte auf eine wie ich finde sehr angenehme Weise. Teilweise amüsant, teilweise aber auch sehr ernst.

Schwierigkeitsgrad Englisch: Mittel
Die Sprache habe ich die meiste Zeit recht sehr gut verstanden. Sobald Sophie aber ans Hutmachen ging, habe ich nur noch Bruchteile verstanden. Da fehlte mir einfach das Vokabular. Ich empfinde das allerdings nicht als weiter tragisch.

Fazit

Howl’s moving Castle ist eine großartige Geschichte und ich kann jedem empfehlen, das Buch zu lesen und den Anime zu gucken (vorzugsweise zuerst den Anime gucken und dann das Buch lesen).
Sie ist humorvoll geschrieben und hält einige interessante und auch recht unerwartete Wendungen bereit.
Typisch für ein Kinderbuch fügt sich natürlich alles am Ende … irgendwie …


 

Teil der Film zum Buch Challenge 2015

2 Gedanken zu “Howl’s moving Castle – Das wandelnde Schloss – Diana Wynne Jones

  1. Das ist eines der wenigen Büchern, bei denen ich Buch und Film wirklich liebe – aber das Studio Ghibli geht auch wirklich liebevoll mit der Geschichte und den Figuren um. Und ich habe erst den Roman gelesen und dann den Anime gesehen – kann also behaupten, dass das so herum auch funktioniert, ohne dass man eines von beidem weniger mag.

    Sophie ist eine meiner absoluten Lieblingsfiguren, gerade weil sie das Gefühl hat, dass ihr Leben so wenig für sie bereit hält (dieser erste Absatz im Buch über die ältere Schwester *hach*) und dann doch so viel überraschendes passiert – was einen fast dankbar für das Verfluchtwerden sein lässt. 😉

    • Das ist schön. Ja, Studio Ghibli hat wirklich einen tollen Film aus der Geschichte gemacht.

      Absolut! Ich finde sie auch richtig klasse. Und wäre sie nicht verflucht worden, hätte sie nie gemerkt, was das Leben alles für sie bereit hält 🙂

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