Nichtstun – Segen oder Fluch (Blogparade)

Prolog

Ich sitze an meinem Schreibtisch und blicke aus dem Fenster. Draußen passiert etwas. Doch ich nehme es nicht wahr.

Meine Gedanken sind leer.
Meine Sinne stehen auf Standby.

Dann ist der Moment vorbei. Mein Gehirn entscheidet sich, wieder etwas zu denken. Es fragt nicht, nach der verlorenen Zeit. Es will sofort weiter. Was steht als nächstes an? Einen Plot kreieren? Die Küche putzen?

Worum es eigentlich geht

Hallo und herzlich willkommen zu meinem Beitrag zur Blogparade „Nichtstun – Fluch oder Segen“. Ins Leben gerufen von Herrn Einzel.
Ein interessantes Thema.
Für mich bedeutet Nichtstun allerdings eher Fluch als Segen. Aber alles der Reihe nach.

Was bedeutet Nichtstun?

Was soll das nun bedeuten: Nichtstun? Wenn man sich das Wort selbst ansieht, scheint es ganz leicht:
Nichts tun.
Wenn ich nur sitze und an nichts denke, ist das dann Nichtstun?
Nein. Denn wenn du mich fragst „Was tust du?“, so ist die richtige Antwort „Ich sitze.“
Ich sitze, ich stehe, ich liege. Solange ich bin, kann ich also nicht „Nichtstun“.
Zumindest nicht im wörtlichen Sinn.

Laut Duden ist Nichtstun Untätigkeit. Zu diskutieren wäre hier vielleicht, ob nur körperliche oder auch geistige Untätigkeit gemeint sind.
Meditieren oder auch sich selbst Reflektieren fallen für mich nicht in die Kategorie der Untätigkeit. Der Einfachheit halber einigen wir uns darauf, dass Nichtstun sowohl körperliches als auch geistiges Nichtstun beinhaltet.

Der Segen

Wenn ich nach einer harten Textpassage aus dem Fenster gucke und meine Gedanken abschweifen lasse, so ist Nichtstun durchaus entspannend. Und wenn ich danach wieder auf den Bildschirm gucke, geht es auch gleich viel leichter weiter.
Das klappt bei mir aber nur, wenn ich selbst entscheide, genau jetzt kurz zu verschnaufen.

In solchen ruhigen Momenten kann ich Kraft schöpfen.

Der Fluch

Das Gegenteil ist der Fall, wenn das Nichtstun mich überfällt.

Ich will gerade anfangen, etwas zu schreiben. Die Hände liegen schon auf den Tasten.
Nichts.
Mein Kopf ist leer.
Ich verharre einen Moment und wenn sich daran nichts ändert, lese ich die letzten Zeilen, die ich geschrieben habe, noch einmal.

Manchmal hilft das.

Manchmal aber auch nicht.

Wenn das passiert, muss ich in meiner Untätigkeit verharren, bis mir endlich ein Satz in den Kopf kommt. Zur Not tut es auch einer, der gar nicht zur Geschichte oder zum Thema passt.
Hauptsache ich werde das Nichtstun los!

Natürlich könnte man sich auch einfach ein bisschen durchs Internet klicken. Das hilft gegen das Nichtstun. Leider macht es das Weiterschreiben selbst nur umso schwerer.

Ein paar Fragen der Blogparade

„Wie steht ihr zu diesem Thema?“
Wie schon erwähnt, habe ich nichts gegen das Nichtstun. Solange es mich dann besucht, wenn ich es auch empfangen will.

„Tut ihr ab und zu auch mal nix?“
Vor allem wenn ich sehr angespannt bin, versuche ich mir ein bisschen Nichtstun zu gönnen. Aber eigentlich übe ich noch, richtig zu entspannen.

„Wie, wo, was tut ihr nichts?“
Am liebsten tue ich nichts, indem ich in die Ferne gucke. Meistens durch ein Fenster. Oder ich schließe die Augen.

Ich danke Herrn Einzel, dass er diese Blogparade ins Leben gerufen und mich damit zu diesem kurzen Text animiert hat.

Was ist deine Einstellung zum Nichtstun? Schreibe doch auch einen Beitrag dazu oder teile deine Meinung in einem Kommentar mit.

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