Über Namen und Bezeichnungen in Fantasygeschichten

Über Namen und Bezeichnungen in Fantasygeschichten

Bezeichnungen für Gruppierungen, geheime Gesellschaften, ausgedachte Orte und mystische Gegenstände sind etwas, das ich meistens kaum zur Kenntnis nehme. Aber manchmal … manchmal fallen sie mir ganz und gar schlecht auf. Vor allem in Fantasygeschichten.
Ich habe mich in letzter Zeit über einige Fehlgriffe in Büchern, die ich las, geärgert und nein, ein Apostroph hinzuzufügen reicht nicht, um den Begriff ausreichend zu verändern.
Das kann so schlimm werden, dass ich wegen einer solchen Namensgebung das Buch aus der Hand lege und nie wieder aufnehme. Deshalb möchte ich heute ein paar Worte dazu verlieren.

Warum man mit der Wortauswahl vorsichtig sein sollte

Wenn man sich für etwas einen Namen ausdenken muss, dann kann das unterhaltsam und manchmal auch ein bisschen peinlich sein. In aller Regel ist es ein phantastischer Name, der aus irgendwelchen Buchstaben zusammengeworfen wurde. Das ist okay, das kann passen. Schlimm wird es nur, wenn dieser ausgedachte Begriff gar nicht so neu ist, wie man als Autor dachte.
Ein kleines Beispiel: Ich nenne in meiner Geschichte eine finstere und düstere Verschwörungsgesellschaft den Orden der Madeleine. Leider weiß ich nicht, dass Madeleines ein französisches Gebäck sind, und denke mir nichts dabei.
Das irritiert, verwirrt, ruft unerwünschte Assoziationen hervor, ist unpassend und zeigt die eigene Unwissenheit auf unschöne Weise. Jetzt höre ich schon den Einspruch: „Aber ich kann doch nicht alle Namen auf der Welt kennen.“
Das ist richtig. Aber man kann seine neuen Wortkreationen mal eben googeln. Das nimmt nicht viel Zeit in Anspruch und kann Peinlichkeiten ersparen.

Und wenn man den Begriff auf keinen Fall ändern will?

Nun kann es natürlich passieren, dass man sich als Autor schon an diesen Begriff gewöhnt, ja geradezu verliebt hat und sich keine andere Bezeichnung mehr denken kann. Oder es gibt einen gut durchdachten Grund für die Bezeichnung.
Um zu dem vorherigen Beispiel zurückzukommen: Die Gründerin des Ordens könnte Madeleine geheißen haben und deshalb trägt der Orden noch ihren Namen. Vermutlich sind sich die Mitglieder dann aber auch der mehr oder weniger lustigen Bezeichnung ihres Ordens bewusst und machen Scherze, indem sie Madeleines für die Mitglieder der Madeleine kaufen und essen.
Man könnte vielleicht auch mit der einen oder anderen Bezeichnung durchkommen, wenn die Geschichte lange vor der Erfindung einer Sache oder Gründung einer realen Organisation spielt. Aber die Assoziationen blieben trotzdem bestehen.
Dass soll heißen, ich kann zwar eine Geschichte im antiken Ägypten über eine Gruppierung schreiben, die sich Isis nach ihrer Göttin Isis benennt. Vielleicht sollte ich aber in Betracht ziehen, dass sich die Gruppe Schwarzmilan nennt, ein Tier, als das Isis dargestellt wurde und das keinen negativen Beiklang hat.

Meiner Meinung nach braucht es einen wirklich guten Grund einen Begriff zu benutzen, obwohl er schon eine andere Bedeutung besitzt. Das gilt vor allem, wenn diese Bedeutung allgemein bekannt ist.

Alles in allem hoffe ich, in Zukunft auf besser durchdachte Bezeichnungen in Fantasygeschichten zu stoßen. Und warum sollte man auch nicht das Einfache und Naheliegende nehmen? Solange es keinem Klischee entspricht, denn wer hat nicht schon von dem dunklen Orden gelesen? 😉

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